Die Kostenfrage: Was zahlt eine Familie in der PKV?
| Familienmitglied | PKV-Beitrag ca. (Komfort) | GKV zum Vergleich |
|---|---|---|
| Hauptverdiener (35 Jahre) | 510 Euro | Einkommensabhängig (278 bis 1.261 Euro) |
| Partner (33 Jahre) | 450 Euro | 0 Euro (Familienversicherung, wenn unter 538 Euro Einkommen) |
| Kind 1 | 175 Euro | 0 Euro (Familienversicherung) |
| Kind 2 | 175 Euro | 0 Euro (Familienversicherung) |
| Gesamt | 1.310 Euro | 278 bis 1.261 Euro (nur Hauptverdiener) |
Der Unterschied ist erheblich: In der GKV kostet die Krankenversicherung für die gesamte Familie nur den Beitrag des Hauptverdieners. In der PKV summieren sich die Einzelbeiträge auf 1.310 Euro oder mehr. Dies ist einer der Hauptgründe, warum manche Familien zurück zur GKV wechseln.
Strategie 1: Gemischtes Modell
Beim gemischten Modell ist der Hauptverdiener privat versichert (niedrigerer Beitrag als GKV-Höchstbeitrag) und der Partner mit den Kindern gesetzlich versichert (beitragsfreie Familienversicherung).
Voraussetzung: Der Partner ist selbst gesetzlich versichert und verdient weniger als 538 Euro monatlich (oder ist nicht erwerbstätig). Die Kinder sind dann über die Familienversicherung des GKV-versicherten Elternteils beitragsfrei mitversichert.
Achtung: Wenn Ihr Einkommen als privat versicherter Hauptverdiener über der JAEG von 77.400 Euro (2026) liegt und höher ist als das Ihres Partners, können die Kinder nicht in der GKV familienversichert werden. Sie müssen dann ebenfalls privat versichert werden.
Strategie 2: Beide Elternteile in der PKV
Wenn beide Partner gut verdienen und gesund sind, kann die PKV für die gesamte Familie trotzdem sinnvoll sein. Voraussetzung: Das Gesamteinkommen ist so hoch, dass der GKV-Höchstbeitrag für zwei Personen (bei freiwilliger Versicherung beider Partner) teurer wäre als die PKV-Beiträge.
Rechnen Sie beide Szenarien durch und berücksichtigen Sie: Die PKV-Kinderbeiträge von ca. 175 Euro pro Kind kommen in jedem Fall dazu.
Strategie 3: Tarifoptimierung für die Familie
Innerhalb der PKV gibt es Hebel zur Kostenoptimierung: Kindertarife mit höherer Selbstbeteiligung (senkt den Beitrag), Tarifwechsel nach § 204 VVG für den Hauptverdiener (Leistungsanpassung, bis zu 40 % Ersparnis) und steuerliche Absetzbarkeit (Basisschutz-Anteil 79 % für alle Familienmitglieder absetzbar).
Familienplanung und PKV-Wechsel
Wenn Sie noch keine Kinder haben und einen Wechsel in die PKV erwägen, sollten Sie die Familienplanung in die Kalkulation einbeziehen. Die Fragen, die Sie beantworten sollten:
• Wie viele Kinder sind geplant? (Jedes Kind: ca. 175 Euro/Monat)
• Wird Ihr Partner berufstätig sein? (Eigenes Einkommen über 538 Euro = keine Familienversicherung)
• Wie entwickelt sich Ihr Einkommen? (Steigt es, wird GKV durch Höchstbeitrag teurer)